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Wer sind die anderen Künstler*innen, die an dem Schreibprojekt arbeiten?

Martin Schick: Das sind Yan Duyvendak, Melisa Su Taskiran und dieses ominöse N.N. – will heissen, dass es offen ist für Andere, die wir noch nicht kennen, die auf das Projekt aufspringen können.

Wie kam es zu dieser gemeinsamen Schreibweise? Wie funktioniert es in der Umsetzung?
Diese Form von Kreation wurde von mir und Yan initiiert, im Versuch, aus der üblichen Produktionslogik auszusteigen, die da ist : 6 Wochen Produktionszeit, Premiere mit ein paar Vorstellungen und danach eine Tournee, nicht zuletzt, um die Erwartungen an das Projekt zu erfüllen. Vor allem bei mir, nach über 10 Jahren auf Tourneen – nicht selten in Asien – kam ein Überdruss dieser Logik gegenüber auf. Ausserdem ist der Widerspruch durch die Klimadiskussion viel grösser geworden, dass man als Künstler*in einerseits politische Umwälzung propagiert und andererseits diese fragwürdigen Praktiken reproduziert.

Wie wurden die anderen Künstler*innen ausgesucht?
Das ist nicht definiert und hängt vom jeweiligen Autor*in/Performer*in ab. Melisa wurde zum Beispiel vom Publikum ausgewählt während dem Festival Auawirleben. Da konnten alle Zuschauer*innen, die NICHT aus Bern und Umgebung waren, sich für eine Fortsetzung präsentieren. Von diesen 4 Bewerber*innen wurde Melisa gewählt.

Was sind die Grundregeln für das Schreiben?
Man kann dazuschreiben und was umtauschen, aber keine Worte oder Sätze löschen. Sobald man die neue Textfassung präsentiert vor Publikum, verliert man den Zugang zum Skript und muss dann im Weiteren den Text performen, der von den andern weiterentwickelt wurde.

Wie oft wurde das Skript bereits neu geschrieben und wer waren die Autor*innen?
Wir sind immer noch ganz am Anfang vom Projekt. Bisher ist es nur eine zusätzliche Person und eine neue Person wird nach dieser Performance am Belluard Festival eingeladen. In einem Jahr gibt es dann 3 neue Schreiber*innen, je nachdem, ob die anderen ihre Arbeit machen oder nicht.

Wie war das Treffen mit den Bewohner*innen des Altquartiers?
Das wird nun demnächst erst anfangen, sobald das Skript heruntergeladen wird. Die Idee ist, diesmal – ganz anders als in Bern – eine hyperlokale Version zu machen, wie genau das gehen soll, weiss ich auch noch nicht so genau.

In welchem Verhältnis stehen Sie zum diesjährigen Thema Impact, also der Wirkung?
Für Solutions liegt das auf der Hand: sowohl mein eigener Emissionshaushalt steht zur Debatte, wie auch die Nachhaltigkeit im Kunstmarkt an sich. Vor allem da, wo die Ökologie ins Spiel kommt, muss man sich fragen, wie konsequent man in der Handlung – gegenüber der Kunst-Logik - überhaupt sein kann.

Welche Auswirkungen erhoffen Sie sich von Ihrem Projekt?
Andere Formen und Praktiken finden für eine internationale Zusammenarbeit mit (praktischem) Fokus auf das Lokale! Dabei geht die Reflektion mit einher, inwiefern der Wert einer Künstlerin, eines Künstlers auf die Quantität und Internationalität der Aktivitäten gemessen werden muss, wie es derzeit durchaus der Fall ist.